anne kückelhaus
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Unheimliche Hausgenossen

Wir Betrachter tappen gerne in Anne Kückelhaus‘ Niedlichkeitsfallen: Starke Pferde, kuschelige Katzen, treue Hunde - sind die süß!
Reingefallen, zugeschnappt! Die sind fies. Alles tote Tiere, ausgesogene, leere Hüllen – kalt erwischt, frisch aufgetischt. Von bisweilen kühler Eleganz, makellos glatter, manchmal raffiniert bemalter, manchmal dick glasierter Oberfläche. Darunter lauern Kitsch und Nostalgie. Stets gepaart mit dem Befremdlichen.

Wunden blühen wie Rosen. Ein Pferd verliert in vollem Lauf den Kopf und bleibt als leere Hülle am Boden zurück, Bild und Wand und Skulptur verschmelzen im Ornament zur gespenstischen Vision. Tierisch gemein und traumhaft grausam.

Stephan Trescher, 2010




Anne Kückelhaus, Jahrgang 1977, widmet sich in ihren Arbeiten dem Thema Tier als Projektionsfläche menschlicher Gefühle, Eigenschaften und Sehnsüchte. Katzen, Hunde oder Hasen werden in zunächst naturalistisch anmutender und scheinbar aus der Kitsch-Kultur bekannter Form präsentiert. Doch fehlende Körperteile, die Reduzierung auf eine schlaffe, äußere Hülle, unnatürliche Haltungen oder die Kombination mit Objekten aus dem Hausgebrauch, wie einem Wärmflaschen-Stutzen oder einem Wäschehaken verweisen auf einen anderen, existenzielleren Kontext.

Julia Garnatz, 2007